Im Grunde ist es wie beim Radlfahren: Jeder kann es und trotzdem fallen immer wieder welche auf die Nase. Umgelegt auf das Wandern und Berggehen: Die häufigsten Ursachen, wenn auf Bergtouren etwas schiefläuft oder gar in einem Dilemma endet, sind bewiesenermaßen Leichtsinnigkeit, Selbstüberschätzung, Unkonzentriertheit – kurz: das Nichtbeachten der einfachsten Basics ...
Die Ratschläge, die unsere beiden Bergprofis Martin Edlinger und Peter Gebetsberger von den Naturfreunden hier speziell für die ersten Frühjahrstouren zusammengestellt haben, dürften grundsätzlich jedem Bergsportler bekannt sein. Das Wissen und Beherzigen aber sind, wie „Bruder Leichtsinn" weiß, zweierlei. Und deshalb raten wir allen, die mit der ersten Frühlingssonne in die Berge ziehen: Nehmt euch etwas Zeit für dieses Frage-Antwort-Spiel – mit gefestigtem Basiswissen seid ihr „ready to go" in eine erfolgreiche neue Bergsportsaison.
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FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: Martin Edlinger Naturfreunde Österreich
8. WIE GESTALTET MAN DIE PLANUNG, UM MIT KINDERN AUF DER GANZ SICHEREN SEITE ZU SEIN?
Wie schon gesagt: Länge und Dauer der Tour sollten sehr niedrig angesetzt werden. Und bei der Zeitplanung nicht vergessen: Man spricht bei Kindern von der mindestens eineinhalbfachen Gehzeit als bei Erwachsenen.
Punkt 2: Unbedingt leichtes, absturzsicheres Gelände wählen. Kinder sollten gefahrlos die Möglichkeit haben, auch neben dem Weg zu gehen, um Dinge zu entdecken. Aber auch eine langweilige Forststraße entlang zu wandern wird nicht lange funktionieren. Kinder brauchen spannende oder lustige Wanderwege – inklusive „Programm“. Wenn ein Baumstamm am Weg liegt, ist Pause angesagt, weil sie raufklettern wollen.
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FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: Martin Edlinger Naturfreunde Österreich
1. WIE KANN MAN ABSCHÄTZEN ODER SICHER ÜBERPRÜFEN, WELCHE WANDER- ODER AUCH BERGTOUREN IM FRÜHJAHR SCHON MÖGLICH SIND?
Die besten Bedingungen im Frühjahr herrschen im Bereich der Voralpen und im hügeligen Flachland. Je nach Region und vor allem Exposition sind die Schneelagen sehr verschieden. Sind oft südseitige Wanderungen über 1.000 hm schon möglich, liegt nordseitig der Schnee noch bis in Tallagen. Info zur Schneelage erhält man von den Profis der alpinen Vereine und der Bergrettung vor Ort bzw. von den Tourismusverbänden.
Am besten wählt man bereits bekannte Touren, bei denen Wegverlauf (Sonne/Schatten), Steilheiten und Gefahren von früheren Begehungen bekannt sind.

FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: iStock / j-wildman
2. WER PRÜFT NACH DEM WINTER, OB WANDERWEGE NOCH IM SICHEREN, BEGEHBAREN ZUSTAND SIND? WANN KANN ICH MIR ALS WANDERER SICHER SEIN, DASS ALLES PASST?
Die Wegewarte der Naturfreunde und aller anderen alpinen Vereine und Verbände warten laufend das Wegenetz. Problembereiche, die im Winter etwa von Lawinen beschädigt werden könnten, werden nach der Schneeschmelze gesondert kontrolliert und sind in der Regel gekennzeichnet oder auch gesperrt, falls es Probleme gibt. Da wir uns jedoch in der freien Natur bewegen, kann es durchaus vorkommen, dass man zum Beispiel auf abgerutschte Wegpassagen trifft. Die zuständige Organisation ist sehr dankbar, wenn man dies meldet!

FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: Martin Edlinger Naturfreunde Österreich
3. EINE DER HAUPTGEFAHREN BIS INS SPÄTE FRÜHJAHR SIND DIE ANGESPROCHENEN SCHNEEFELDER. WIE GEHT MAN DAMIT UM?
Am Morgen oder in Schattenlagen können Schneefelder noch hart bzw. gefroren sein – die Gefahr, auszurutschen, ist sehr groß. Wir empfehlen bei derartigen Situationen Leichtsteigeisen oder Spikes zu verwenden. Ansonsten gilt bei einer Schneefeldquerungen stets darauf zu achten, dass es eine aufgeweichte Schneeoberfläche gibt, um gute Tritte setzen zu können. Entsprechend wichtig ist festes Schuhwerk mit guter Profilsohle. Stöcke können hilfreich sein, sind aber kein Garant, um ein Ausrutschen zu verhindern.
Prinzipiell ist es auch sinnvoll, den Ernstfall zu üben, wie man sich richtig verhält, wenn man abrutscht. Die Naturfreunde bieten dazu spezielle Kurse an. Vorsicht: Auch Wiesenhänge können zum Problem werden: Wenn der Schnee abgetaut ist, liegt das Gras noch, dadurch ist der Boden sehr rutschig!

FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: iStock / giorgio1978
4. WIE KANN MAN NACH EINER LANGEN WINTERPAUSE ÜBERPRÜFEN, OB MAN AUCH SCHON „READY" FÜR DEN BERG IST?
Am einfachsten prüft man seine Fitness, falls man den Winter über inaktiv war, mit einer einstündigen „schnellen" Wanderung in einem steilen Waldgelände bzw. mit langsamem Joggen im hügeligen Gelände. Kannst du dabei mit deinem Partner noch Plaudern, bist du auch fit für längere Unternehmungen.
Aber generell gilt: Die neue Bergsaison nicht gleich mit schwierigen Touren beginnen, Koordination, Gleichgewicht und natürlich Kondition müssen erst wieder in Schwung gebracht werden. Daher gemütlich starten – zwei, drei Stunden genügen als „Eingehzeit" auch. Als Faustregel gilt ja, dass durchschnittlich konditionierte Wanderer 300 bis 400 Höhenmeter in der Stunde schaffen. Diesen Richtwert sollte man am Saisonstart klar unterschreiten, um sich nicht zu überfordern.

FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: iStock / lzf
5. GIBT ES IN SACHEN AUSRÜSTUNG „FRÜHLINGSSPEZIFISCHE" FAKTOREN?
Grundsätzlich immer, aber gerade im Frühjahr ist diese Ausrüstung wichtig: Festes Schuhwerk, Regenjacke sowie Regenüberhose, da gerade im Frühjahr der Schutz vor Nässe aufgrund der noch kühleren Außentemperatur wichtig ist. Und als Isolation braucht man Primaloftjacke, Handschuhe, Haube. Auch Wanderstöcke können im Frühjahr hilfreich sein, zum Beispiel auf Schneefeldern. Jedoch empfehlen wir, diese nicht permanent zu verwenden, da Koordination und Gleichgewicht besser ohne Stöcke geschult wird.

FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: iStock / Marina_Skoropadskaya
6. SPIELT AUCH DAS THEMA „ESSEN UND TRINKEN" EINE BESONDERE ROLLE?
Auch wenn aufgrund der noch kühleren Temperaturen der Flüssigkeitshaushalt noch nicht so sehr strapaziert wird wie im Sommer, muss regelmäßig Flüssigkeit (am besten in Form warmer Getränke) zugeführt werden. Durstgefühl ist kein regulierender Faktor. Genauso wichtig ist energiereiche Nahrung, zum Beispiel Riegel, Obst, Trockenfrüchte. Idealerweise sollten Nahrung und Getränke in kleineren Portionen, dafür öfter zu sich genommen werden.

FAQ: Bergsport im Frühling / Bild: Martin Edlinger Naturfreunde Österreich
7. WAS SOLLTE MAN BEACHTEN, WENN BEI DER ERSTEN WANDERTOUR AUCH KINDER MIT VON DER PARTIE SIND?
Ein absolutes „No-go" ist mit Sicherheit die Übermotivation so mancher Eltern: „Heute machen wir den Berg XY, da müssen wir rauf, das schaffst schon". Viel wichtiger ist es, den Kindern eine langsame und vor allem eigenständige Steigerung anzubieten. Beginnend mit einer sehr leichten, kurzen Tour, die mit viel Spaß locker geschafft werden kann, motiviert die Kinder meist, das nächste Mal auf den vielleicht etwas höheren Berg zu gehen, mit einer noch schöneren Aussicht.

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8. WIE GESTALTET MAN DIE PLANUNG, UM MIT KINDERN AUF DER GANZ SICHEREN SEITE ZU SEIN?
Wie schon gesagt: Länge und Dauer der Tour sollten sehr niedrig angesetzt werden. Und bei der Zeitplanung nicht vergessen: Man spricht bei Kindern von der mindestens eineinhalbfachen Gehzeit als bei Erwachsenen.
Punkt 2: Unbedingt leichtes, absturzsicheres Gelände wählen. Kinder sollten gefahrlos die Möglichkeit haben, auch neben dem Weg zu gehen, um Dinge zu entdecken. Aber auch eine langweilige Forststraße entlang zu wandern wird nicht lange funktionieren. Kinder brauchen spannende oder lustige Wanderwege – inklusive „Programm“. Wenn ein Baumstamm am Weg liegt, ist Pause angesagt, weil sie raufklettern wollen.
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1. WIE KANN MAN ABSCHÄTZEN ODER SICHER ÜBERPRÜFEN, WELCHE WANDER- ODER AUCH BERGTOUREN IM FRÜHJAHR SCHON MÖGLICH SIND?
Die besten Bedingungen im Frühjahr herrschen im Bereich der Voralpen und im hügeligen Flachland. Je nach Region und vor allem Exposition sind die Schneelagen sehr verschieden. Sind oft südseitige Wanderungen über 1.000 hm schon möglich, liegt nordseitig der Schnee noch bis in Tallagen. Info zur Schneelage erhält man von den Profis der alpinen Vereine und der Bergrettung vor Ort bzw. von den Tourismusverbänden.
Am besten wählt man bereits bekannte Touren, bei denen Wegverlauf (Sonne/Schatten), Steilheiten und Gefahren von früheren Begehungen bekannt sind.